Wohnungssuche

Am Samstagabend dann haben wir begonnen Wohnungen im Internet zu suchen und sind auch recht schnell fündig geworden. Auf den Fotos waren die Wohnungen sehr schön, gepflegt, sauber und modern, genau das was wir wollten. Rili hat sofort den Makler angerufen und Samstagabend einen Besichtigungstermin für Sonntagnachmittag gemacht. Da kann sich der deutsche Immobilienmakler mal eine Scheibe abschneiden. Am Sonntag dann die herbe Enttäuschung, die Wohnungen hatten mit denen auf den Fotos nichts zu tun, sie waren dreckig, heruntergekommen und die Möblierung hatte nichts mit dem gemein was wir auf den Fotos im Internet gesehen haben. Somit war der erste Wohnungsbesichtigungstag nicht sehr erfolgreich und viel schlimmer noch, wir begannen uns bereits Sorgen zu machen niemals eine Wohnung für die von uns vorgestellte Miete zu bekommen.


Ganz schön Anstrengend so ein Besichtigungsmaraton.

 

Am Abend dann haben wir uns wieder Wohnungen im Internet angesehen und eine sehr schöne gefunden, also gleiches Spiel wie den Tag zuvor, Makler anrufen, fragen ob die Wohnung wirklich die auf Fotos ist und Termin machen. Während dessen hat Rili‘s Mama mit einen offensichtlich sehr wohlhabenden ehemaligen Kommilitonen geredet, welcher ein paar Wohnungen in Guangzhou hat. Und wie es der Zufall eben will ist eine davon ab Montag frei. An dieser Stelle sei erwähnt das uns gesagt wurde es handelt sich um eine Villa in der Altstadt. Als Architekten hat man da ja irgendwie ein gewisses Bild vor Augen und dementsprechend auch gewisse Erwartungen. 

Der Montag begann leider wieder enttäuschend nachdem wir feststellen mussten dass auch die nächsten  beiden Wohnungen nichts mit den Fotos im Internet zu tun hatten. Jedoch haben wir uns dieses Mal ein anderes Wohngebiet angeschaut und siehe da, die Wohnungen waren sauber, gepflegt und gut eingerichtet. Eigentlich hatten wir uns immer nur für ein bestimmtes Wohngebiet interessiert, da es dort sehr viel Grün gibt und wir so einen Ort um auch im Sommer wenigsten ab und zu kurz mit Sophia raus gehen zu können. Der Innenhof unseres favorisierten Wohngebiets ist einer der größten und schönsten hier in Guangzhou und dementsprechend sehr beliebt. Aus diesem Grund scheinen die ganzen guten Wohnungen dort weg zu sein.

Die erste Wohnung war in der fünften Etage und sah schon mal sehr gut aus, auch die Größe war ok, aber leider nur ein Badezimmer und die Fliesen in der Küche wurden nur noch von Klebeband an der Wand gehalten. Unglücklicherweise war es uns nicht erlaubt zu fotografieren, sah echt witzig aus. Die zweite Wohnung die uns gezeigt wurde war in der 37 Etage (ungefähr 130m).

Das dauert ungefähr 45 sekunden wenn man zwischendurch nicht tausenmal anhalten muss. In Wirklichkeit ist es nur der 33 Stock, da alle Etagen mit 4 fehlen, denn 4 klingt im chinesischen ähnlich wie "Tot".  

Schon beim betreten der Wohnung hatten wir ein sehr gutes Gefühl und voller Euphorie habe ich sofort zu Rili gesagt:  „Schatz das ist unsere Wohnung“. Alles sehr sauber, gepflegt und die Möbel in einem guten Zustand. Nur die Miete war uns etwas zu hoch, aber Rili hat sehr gut gehandelt und wir haben die Wohnung am Ende recht preiswert bekommen. Wer aber denkt die Mieten hier in China sind geschenkt der irrt. Zwar kann man sehr preiswert wohnen, aber irgendwie kann man das nicht wirklich beschreiben wie man dann wohnt.

Unser Haus von aussen

Wohnzimmer

 

 

Blick aus dem Schlafzimmer

 

Die Entfernung zu meiner zukünftigen Arbeit ist auch sehr angenehm, gerade mal 10 Minuten. Und was ziemlich cool an der Lage der Wohnung ist, das es in der Nähe gibt es einen Bäcker der sogar recht gutes Baguette verkauft und das wir ungefähr fünf Minuten weit weg von der Technik City wohnen, wo man alles kaufen kann was das Technik Herz begehrt. Hier bekommt alles was man Brauch und das sehr preiswert, solange es ein chinesisches Produkt ist, wenn man hier ausländische Dinge kauft wird es richtig teuer.

Ach ja die Villa habe ich ja fast vergessen. Na ja Villa trifft es nicht ganz. Es handelte sich um ein in den 80igern gebautes Mehrfamilienhaus mit 5 Etagen. Das Haus war von außen mit weisen Fliesen verkleidet und alle Fenster waren vergittert. Das Grundstück war dermaßen verbaut, das man das 80 cm Breite Hoftor nicht ganz aufbekommen hat ohne dieses an die Außenwand an zu schlagen. Die Wohnung selber war sehr großzügig aber auch sanierungsbedürftig und es gab eine Badewanne, zwar für Zwerge aber immerhin. Es sei erwähnt dass Badewannen hier nicht üblich sind, Rili und ich aber echt Bade Liebhaber. Die Schwester des Eigentümers mochte Rili, Sophia und mich offenbar so sehr das sie uns angeboten hat die gesamte Wohnung renovieren zu lassen und wir die Einrichtung hätten kaufen können, ikea jippi! Nach reichlicher Überlegung und allen Drum und Dran haben wir uns letztlich dann dagegen entschieden da wir den Stress nicht haben wollten jetzt noch eine Wohnung einrichten zu müssen. Zumal wir ein Zimmer hätten immer für den Eigentümer freihalten sollen der ab und zu mal aus Hong Kong kommt. Auch die Umgebung war nicht ganz so Dolle.

Am Dienstag haben wir dann den Mietvertrag unterschrieben und die Wohnung in der 37 Etage genommen. Rili’s Mama war nicht sehr begeistert, denn was ist wenn Sophia über die 1,20 Meter hohe Brüstung springt. Hmm dann würde sie sehr tief fallen denke ich, aber wie soll unser Baby, was noch nicht mal krabbelt das anstellen und durch Glas hindurch diffundieren kann sie auch nicht, habe ich probiert, zur Sicherheit im EG ;-). Als umsorgende Eltern haben wir uns natürlich vom Oma‘s Ängsten anstecken lassen uns natürlich auch ein Sorgen gemacht.  Zur Sicherheit werden wir das Metalltor vor der Balkontür geschlossen halten. Alle anderen Fenster gehen eh nur 10cm weit auf. Wer uns besuchen möchte ist natürlich recht herzlich eingeladen. Das war jetzt reichlich viel Text und ich verspreche so viel wird’s in Zukunft auch nicht mehr, dann eher Bilder ;-)

1 Kommentar 7.2.13 14:49, kommentieren

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Die ersten Tage

Die ersten beiden Tage waren nur kurz draußen, einmal um zu essen und das andere Mal auch um zu essen und mir eine chinesische Simkarte zu besorgen. Ja jetzt bin ich schon zu einem Teil integriert und kann ständig auf dem Handy tippend in der U-Bahn sitzen. Ja die Chinesen sind nur am tippen, chatten, telefonieren, surfen und simsen. Obwohl simsen nicht stimmt, denn hier in China wir eine App verwendet welche kurze Sprachnachrichten aufzeichnet und einem anderen schickt, der antwortet dann wieder mit einer kurzen Sprachnachricht und so weiter. Also mehr so ein Art Mailbox. Ist aber eine feine Sache und die App gibt’s für alle Smartphones, wechat. Dieser Service ist natürlich Kostenlos, nur die anfallenden Daten müssen bezahlt werden, was hier aber nicht sehr teuer ist, ich bezahle für 400 MB 120rmb, umgerechnet um die 15 Euro pro Monat. An diesem Tag habe ich mich auch dann auch erkältet. In der U-Bahn 10 grad, draußen 20 Grad im Shoppingcenter 10 Grad, im Laden selber dann wieder 20 Grad, im Restaurant wieder warm und dazu ein konstant unangenehmer Wind aus den Belüftungsanlagen. Das macht keiner lange mit. Aber es ist ok denn so akklimatisiert man sich und nach einer Weile macht einem das hoffentlich nichts mehr aus.

7.2.13 14:32, kommentieren

Endlich in China

In Peking angekommen mussten wir durch den Zoll, aber auch hier wieder Sonderbehandlung wegen dem Baby, denn normal ist wohl das man seine Koffer abholen muss und damit komplett wieder einchecken muss, dank Sophia blieb uns das erspart.  Bei der erneuten Sicherheitskontrolle durften nach ganz vorne, zum Glück, da wir diesmal wirklich spät dran waren, die letzten noch fehlenden Passagiere auf unserem Anschlussflug nach Guangzhou.  Mit den Sitzen hatten wir immer Glück, denn wir saßen zu 2,5 auf einer Dreierreihe. So hatten wir wenigsten genug Platz. Wer in den letzten Tagen etwas über Peking wegen der schlechten Luft gelesen hat, dem kann ich nur bestätigen, dass die Luft in Peking zum Schneiden dick ist. Wir konnten ungefähr 100 m weit schauen. Der Flug nach Guangzhou war kurz und schmerzlos alles Super überstanden.

Die Sicht am Flughafen in Peking und das ist kein Nebel

 

Am Flughafen wurden wir von Rili’s Mutter, Cousine, Tante, Onkel, Cousin, und Papa abgeholt. Alle haben sich freut uns wieder zu sehen, na gut, eigentlich haben sich alle nur gefreut Sophia wieder zu sehen. So ist das eben. Die Koffer sind per Auto nach Hause und wir mit der U-Bahn. Apropos Koffer, die sind alle auf einmal angekommen, was ja nicht immer der Fall ist. Die erste Nacht haben wir Super durchgeschlafen weshalb ich der törichten Annahme Verfallen bin das wir diesmal kein Jetlag haben, denkste. Seit der zweiten Nacht sind Rili und ich immer ab 2 -3 Uhr wach und können nicht schlafen. Sophia steckt das Ganze sehr gut weg, sie scheint sich schon daran gewöhnt zu haben und schläft zu ihren gewohnten Zeiten. Hier nochmal ein dickes danke schön an die Mama, welche uns immer wieder gesagt hat: “Regelmäßigkeit ist das a und o bei der Kindererziehung“.

Endlich zu Hause

3.2.13 13:34, kommentieren

Der Anfang

Vor fast zwei Wochen sind wir in China gelandet und haben mittlerweile schon einiges erlebt. Da ich im Moment eigentlich nur mit einer Erkältung beschäftigt bin, Sophia bekommen nur recht selten zu sehen, da Oma und Opa sich richtig lieb um die kleine kümmern, nehme ich mir jetzt die Zeit und schreibe mal die Eindrücke der ersten Tage nieder. 

Der Anfang unseres Abenteuers verlief nicht ganz so glatt wie es das Wetter vermuten lassen sollte. Nachdem der Winter in Deutschland bislang ausgeblieben war entschloss er sich just an den Tagen zurück zu kehren an denen wir uns auf nach China machen wollten. Am Ende haben wir 8 Stunden in Leipzig am Flughafen gewartet und uns dann auf einen Flug einen Tag später umbuchen lassen, da wir den Anschluss in Frankfurt verpasst hätten. Glücklicherweise konnten wir unser Gepäck, welches aus 6 x 23 Kg schweren Koffern, Taschen und Rucksäcken bestand am Flughafen zurücklassen und mussten es nicht wieder mit nach Hause nehmen.

 

Rili und Sophia mit unserem Gepaeck in Guangzhou am Flughafen

 

Der nächste Tag begann wie der letzte aufgehört hatte. Wir saßen am Flughafen und warteten. Wer Leipzig kennt der weis dass da nicht gerade viel los ist bzw. zu sehen gibt und mit Sophia immer wieder die gleichen Runden drehen ist dann auch irgendwie ermüdend. Mit zweistündiger Verspätung ging es dann endlich Richtung Frankfurt. Einen Tee und einen Milka Schokoriegel später waren wir schon in Frankfurt. Hier wurde uns irgendwie erst wirklich bewusst was wir vorhaben. Als dann noch ein Flug nach Dresden mit den Worten" letzte Möglichkeit für die Passagiere auf den Flug nach Dresden" ausgerufen wurde begann sich mein Magen irgendwie herum zudrehen. Ein mulmiges Gefühl wenn man sich erst mal bewusst wird was man hier eigentlich macht. Wir wussten seit einem halben Jahr das wir nach China gehen wollen und konnten uns darauf vorbereiten aber irgendwie ging dann am Ende alles so wahnsinnig schnell das man das Gefühl hat sich nicht genug von allen verabschiedet zu haben. Es ist schwierig die Gefühle in Worte zu packen und ich will euch aber nicht mit irgendwelchen Gefühlsduseleien langweilen. In Frankfurt hatten wir wieder eine Stunde Verspätung, was aber ok war so hatten wir genug Zeit nochmal bei McDonald zu essen, denn das Essen im Flugzeug war diesmal wirklich recht bescheiden.

Zu unserem Glück haben wir ein Baby, damit bekommt überall eine Sonderbehandlung, wir dürften als erste in den Flieger, was sehr von Vorteil ist wenn man nochmal 40 kg Handgepäck mit sich herum schleppen muss, denn jeder kenn die schmalen Gänge in Flugzeugen. Ein Wunder das die uns das haben durch gehen lassen denn erlaubt sind eigentlich nur 10kg. Glück gehabt. Nach zwei Flugzeugmahlzeiten, unzähligen Tees, Wasserbechern, zwei Filmen und etwas Schlaf waren wir schon in Peking. Sophia hat der Flug gefallen, sie hat die ganze Zeit geschlafen und war zufrieden, Hauptsache es gibt Milch und wenn sie wach ist spielt jemand mit ihr.

 

3.2.13 13:23, kommentieren

Hallo

Hallo zusammen,

viele Gruesse aus Guangzhou senden Rili, Sophia und Markus. Wir werden hier, mehr oder weniger regelmaessig, Neuigkeiten und vor allem Bilder ueber unser Leben in Guangzhou posten.

Am Leipziger Flughafen

 

2.2.13 09:03, kommentieren